elevator
Ideen,
Schaffensdrang
und Selbstzweifel.
lesen hören sehen
sachendieichlesehöreundsehe.
gestern
Als er erwachte, lag er auf einer Wiese.
Er blickte herum und sah so viel Grün, wie lange nicht mehr.
Gestern erst, da war er noch dort. Dort war es nur grau, dreckig und voller Angst.
Er sah dort so viel Schreckliches, dass er glaube er könnte es nie vergessen. Zu viel hatte er gesehen.
Er wurde dort hingeschickt um von dort zu berichten. Das war sein Auftrag. Doch es lief alles anders.
Schon am Flughafen fing es an. Der Horror. Nach der Ankunft seines Fliegers wurde der Flugverkehr gesperrt.
Keiner konnte mehr raus oder rein.
Die Menschen, waren panisch. So viel Angst hatte er vorher noch nie gespürt. So etwas war er nicht gewohnt.
Zu Hause, da war alles geordnet. Wie es immer ist. Zu Hause. Doch hier, hier herrschte Chaos.
Nachdem er den Flughafen verlassen hatte, stand er mitten auf einem Schlachtfeld.
Brennende Autos, Zerschossene Schreiben. Er sah Blut, er sah Tod.
So etwas kannte er schon von früher, es war schließlich nicht sein erster Auftrag. Doch heute war es schlimmer.
Hier war es nicht nur etwas durcheinander. Es war chaotisch. Schreie.
Er versuchte alles zu begreifen, sich zu sammeln. Schüsse.
Er schrieb. Versuchte Worte zu finden. Hecktisch schaute er hin und her. Ein brennendes Auto. Körper.
Die Ampeln blinkten durcheinander, Rauch stieg auf.
Der Himmel war dunkel. Überall brannte es. Zischen.
Alles, einfach alles aufschrieben - etwas anderes blieb ihm nicht.
Ordnung gab es hier nicht.
Er schaute auf.
Ein Schuss.
nachts
Und da war es wieder.
Zitternd saß er da und trank. Es war wie so oft, dunkel und einsam.
Immer an Vollmond, da passierte es. Er konnte nicht mehr, zu oft hatte er es erlebt. Zu oft schon hat es ihn zerrissen.
Am Anfang, da konnte er sich noch halten. Da war er noch stark. Aber damals war er auch nicht so einsam; und es war auch nicht so dunkel. Heute, Jahre danach, war es auch noch bitterkalt.
Er wusste mittlerweile, dass er für immer so leben muss. Er kann dem nicht entkommen. Die Freunde, die ihm damals noch etwas halt haben, hatten sich verabschiedet. Es war zu seltsam für sie. Er musste nun alleine damit klar kommen.
Zumindest fast allein.
Denn als er damals kurz vorm Ende war, saß sich jemand neben ihn und gab ihm Halt.
Ohne diesen Zufall wäre sie heute zu ende, die Geschichte.
Er nahm einen Schluck aus der Flasche.
Ich finde schon gar nichts mehr,
das ich gegen die Wand werfen könnte.


